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Herbert Thomas Mandl

autor | geboren 1926 | gestorben 2007 | hochschullehrer (ostrava) | mann | musiker | philosoph


Herbert Thomas Mandl (* 1926 in Bratislava; † 21. Februar 2007 in Meerbusch-Büderich) war ein jüdisch-tschechische Musiker, Philosoph und Schriftsteller.

Leben

Der als Sohn eines Physikers im slowakischen Pressburg geborene Mandl wurde von den den Nationalsozialisten mit seiner Familie zunächst ins Prager Getto verbracht, später in das KZ Theresienstadt. Mandl, der bereits als Kind Violinenunterricht hatte, überlebte als Violinist im so genannten Lagerorchester von Karel Ancerl und Viktor Ullmann, später auch die Konzentrationslager Auschwitz und Dachau. In Dachau stirbt sein Vater, er selbst wäre wegen eines Fluchtversuches beinahe erschossen worden. Über seine Erinnerungen berichtete der 81-Jährige immer wieder bei Gedenkveranstaltungen.

1945 machte er sein Abitur in Brünn und studierte Mandl Musik, Philosophie, Psychologie und Anglistik und wurde an der Masaryk-Universität promoviert. Von 1954 bis 1960 war Mandl Professor für Violine am Staatl. Konservatorium in Ostrau.

Anfang der sechziger Jahre flüchtete er aus der CSSR über über Ägypten, Griechenland, Süddeutschland nach Köln. Er war u.a. als Privatsekretär von Heinrich Böll wie auch als Korrespondent für die Deutsche Welle tätig. 1963 wandert er nach Amerika aus, kehrt aber 1966 nach Deutschland zurück; von 1968 bis 1971 ist er in den USA in einer Nervenheilanstalt tätig. Nach seiner Rückkehr ist er u.a. als Lehrer am Abendgymnasium Neuss tätig.

Mandl hat seine Nazi-Zeit in mehreren biografisch geprägten Romanen, wie in "Die Wette des Philosophen" (1996), verarbeitet. Das Drama "Die Reise ins Zentrum der Wirklichkeit" wurde 1997 in Klagenfurt uraufgeführt. 2000 erhielt er den Philosophie-Preis der Palacky-Universität Olomouc.

2005 starb seine Frau, die Pianistin Jaroslava Mandovla, mit der er seit 1953 verheiratet war. Das Paar hatte keine Kinder.

Werke

Belletristik

  • „Der Held und sein Geheimnis“ (Kurzgeschichten, Bernardus, 1991)
  • „Durst, Musik, Geheime Dienste“ (Autobiographie, Boer, 1995)
  • „Die Wette des Philosophen“ (Roman, Boer, 1996)
  • „Auf der Insel der Phantome“ (Roman, Dittrich, 2003)
  • 1994-2000: Belletristisches in der Tschechischen Rep. erschienen

Theater

  • „Der Trip ins Zentrum der Wirklichkeit“ (Aufführungen in Hallein und Klagenfurt, Österreich, 1997)

Zitate

  • "Solange man noch kreucht und fleucht, sollte man als Zeitzeuge der nationalsozialistischen Ära seinen Schnabel aufmachen" - Herbert Thomas Mandl bei der Uraufführung seines Drama "Die Reise ins Zentrum der Wirklichkeit" 1997 >, "Solange man noch kreucht und fleucht" (1997)

Quellen

Weblinks

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