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Die Wikipedia Einträge des Tages

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Rohrpost in Hamburg

hamburg | rohrpost


Stempel der Hamburger Rohrpost mit 10-Minutenangabe Die Rohrpost Hamburg wurde am 24. Oktober 1864 in Betrieb genommen. Über die Linienführung sowie maximale Ausdehnung des Hamburger Stadtrohrpostnetzes ist noch zu wenig bekannt. Es wurde in den 1960er Jahren durch die Großrohrpost Hamburg (s.u.) ersetzt.

Stempel des Hamburger Telegraphenamtes (Inschrift Eilbriefe, Zug 1 etc.) wurden frühzeitig auf einen 10-Minutentakt eingestellt, weil neben der Rohrpost vor allem auch ein Netz von mit Briefkästen ausgerüsteten Straßenbahnen existierte, welche im Takt des Straßenbahnfahrplanes Postsendungen zur weiteren Verarbeitung anlieferte, deren pünktliche Bearbeitung zu dokumentieren war. Diese Straßenbahnlinien haben für die Postkunden Funktionen der Rohrpost dort geleistet, wo keine Rohrpostlinien vorhanden waren.

Rohrpostnetze in Tschechien

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Rohrpost Karlovy Váry / Karlsbad 20px

Aufgabebescheinigung für ein Telegramm, entwertet mit Minutenstempel des Postamtes Karlovy Váry 1 / Karlsbad 1 am 17. Juli 1936 Die Kennzeichen von Rohrpostsendungen in Karlovy Váry sind noch zu wenig untersucht. Die Linie soll nur wenige 100 Meter lang gewesen sein und wurde wahrscheinlich nur im internen Dienst zur Weiterleitung von eiligen Sendungen gebraucht. Es sind bisher keine in der Geschichte Tschechiens gebrauchte Rohrpostganzsachen oder frankierte Briefsendungen bekannt geworden, die in Karlovy Váry zum Rohrpostversand aufgegeben worden wären. Auf Dokumenten des Telegraphendienstes von Karlovy Váry sind Poststempel mit der Inschrift Karlovy Váry / Karlsbad abgeschlagen, die hinter der Datumsgruppe noch eine dreistellige Uhrzeitgruppe aufweisen, was für eine minutengenaue Dokumentation der Annahme und Bearbeitung von Sendungen spricht, wie sie im Telegraphen- und Rohrpostdienst üblich ist.

Rohrpost Karlsbad / Karlovy Váry 20px seit 1938

Mit der Okkupation und anschließenden Annexion des Sudetenlandes durch das Deutsche Reich geriet auch die Post von Karlsbad / Karlovy Váry in das Verkehrsgebiet der Deutschen Reichespost. Es sind also Eilboten-, Flugpost- und Rohrpostsendungen mit deutschen Frankaturen ab Oktober 1938 ebenso möglich wie Kombinationen mit den Rohrposten in Berlin, München und seit der Annexion Österreichs auch mit der Rohrpost Wiens.

Rohrpostnetze in Frankreich

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Rohrpost Paris 20px

Pneumatique de Paris: Streckenplan der Pariser Rohrpost 1868 Im Jahr 1866 entstand eine erste Rohrpostlinie zwischen den Telegraphenamt der Börse und dem nächsten Telegrafenamt am Grand-Hôtel. In den folgenden Jahren wurde diese Verbindung zu einer Einwegeverbindung mit Zwischenstation bei mehreren öffentlichen Telegrafenämtern von der Place de la Bourse zu den Telegraphenämtern in der Rue Jean-Jacques Rousseau, Rue de Rivoli, Rue des Saints-Peres, dem Haupttelegraphenamt (rue de Grenelle), rue Boissy d'Anglas und zurück zum Grand-Hôtel. Schließlich wurde das Netz mit einer direkten Zweiwegeverbindung zwischen der Börse und dem Haupttelegraphenamt ausgebaut. Im Jahre 1879 wurde die Rohrpost per Dekret vom 25. Januar 1879 der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der öffentliche Rohrpostdienst begann am 1. Mai des gleichen Jahres. Daraufhin entstanden in den kommenden Jahrzehnten viele neue Verbindungen und der Übergang von der 65 mm zur 80 mm Röhre im Jahre 1888. In den folgenden Jahren wurde immer neue polygonale Verbindungen zur Erweiterung des Netzes gebaut, das jedoch zunächst innerhalb der Grenzen der 20 Arrondissements von Paris blieb. Erst im Jahre 1914 wurde mit einer Verbindung nach Neuilly das Pariser Rohrpostnetz über die Stadtgrenzen hinaus erweitert. Seine größte Ausdehnung erreichte das Rohrpostnetz von Paris im Jahre 1934 mit 467 km Länge. Nach 1931 gab es erste Versuche die Sortierung der Rohrposthüllen in den Telegrafenämtern zu automatisieren und damit den Transport weiter zu beschleunigen, da die Telegrafentechnik verbessert wurde. Ähnlich wie in Algier und in Buenos Aires wurden Teile des Pariser Rohrpostnetzes außerhalb der Stadtgrenzen jedoch nicht durch Röhren, sondern durch Motorradkuriere (stadtauswärts) und Postwagen (stadteinwärts) bedient. Entsprechend wird auf den Rohrpostganzsachen darauf hingewiesen, dass der Rohrpostdienst in den Pariser Nachbardépartements Seine (seit der Gebietsreform 1964: 75 Paris, 77 Seine-et-Marne, 78 Yvelines, 91 Essonne, 92 Hauts-de-Seine, 93 Seine-Saint-Denis, 94 Val-de-Marne, 95 Val-d'Oise) sowie im begrenzten Umfang auch im Département Seine-et-Oise „par facteurs cyclistes spéciaux“ („durch besondere Fahrrad- oder Motorradbriefträger“) besorgt wird. Während die Rohrpost in Paris täglich angenommen und abgetragen wurde, war der Rohrpostdienst im und nach dem Pariser Umland an Sonn- und Feiertagen gänzlich eingestellt.

Für den Transport von Postsendungen in der Rohrpost gab die französische Post seit 1. Mai 1879 Postkarten, Umschläge und Kartenbriefe mit eingedrucktem Postwertzeichen in genormten Formaten heraus, welche den Abmessungen der Röhren und den Transporthülsen entsprachen. Zunächst wurden diese Drucksachen mit der Inschrift Télégramme bedruckt, was dafür spricht, dass auch eine gewöhnliche Rohrpostsendung wegen der hohen Transportgeschwindigkeit und der großen Ferne als Telegramm (Fernschreiben) aufgefasst wurde. Im Jahre 1896 wurde die Umbenennung der carte-télégramme in carte pneumatique und des télégramme in carte pneumatique fermée beschlossen. Damit war der mediale Unterschied zwischen einem gemorsten Telegramm und einer geschriebenen Rohrpostsendung auch sprachlich in Rechnung gestellt worden. Seit dem Jahre 1898 sind auch private Umschläge, Karten-Briefe und Postkarten für die Verwendung in der Pariser Rohrpost zugelassen. Der Erfolg der Pariser Rohrpost erklärt sich u.a. dadurch, dass es, obgleich die Sendungen zunächst als Telegramme aufgefasst wurden, keine Beschränkungen hinsichtlich der Wortanzahl gab, die eine Sendung aufweisen durfte.
100 Jahre Rohrpost in Paris Mit dem 100. Jahrestag der Pariser Rohrpost, aus dessen Anlass die französische Post die nebenstehende Briefmarke herausgab, zeichnete sich auch bereits ihr nahendes Ende ab, was an dem sinkenden Aufkommen der Rohrpostsendungen abgelesen werden kann.

  • 1945: 11.271.228 Sendungen
  • 1958: 4.568.456 Sendungen
  • 1973: 3.500.000 Sendungen (ca.)

Pneumatique de Paris: Streckenplan der Pariser Rohrpost 1971 Im Jahre 1984 endete in Paris der öffentliche Betrieb; zwischen Ämtern werden allerdings in Paris noch heute Dokumente auf diesem Weg versandt.

Rohrpostnetze in Amerika

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Kartenbrief der Rohrpost in Buenos Aires, ca. 1920 bedarfsgebrauchte Rohrpostkarte der Rohrpost in Sao Paulo aus dem Jahre 1916. Die Karte ist durch einen offiziellen Handstempelaufdruck der Telegraphenverwaltung von 300 Reis auf 500 Reis aufgewertet worden. Außerhalb Europas existierte die größte Rohrpostanlage, die auch Päckchen transportieren konnte, in New York City. Daneben bestanden entsprechende Anlagen in Boston, Chicago, Philadelphia und Saint-Louis. Außerdem hat es Rohrpostanlagen in Buenos Aires (Argentinien) als expreso urbano (Stadtschnellverkehr) des Telegraphenamtes sowie in Rio de Janeiro und São Paulo (beide Brasilien) gegeben. In Brasilien wie in Argentinien sind die Rohrpostganzsachen von der Telegraphenverwaltung herausgegeben worden, was auf den ursprünglichen Sinn des Rohrpostnetzes zur Beschleunigung der Telegrammübermittlung in Großstädten hinweist. Ebenfalls gab es eine Rohrpostanlage in Algier (Algerien), die wenigstens bis kurz nach dem Ende der französischen Kolonialherrschaft noch in Betrieb war (Betriebsdauer vom 4. April 1910 bis zum 5. Juli 1962) und, so weit bekannt geworden ist, teilweise als exprès urbain (Stadtschnellverkehr) auch mit anderen Transportmöglichkeiten versorgt wurde.

Nord-Amerika

Boston (USA-Massachusetts)

Die Rohrpostanlage von Boston (Boston Postal Pneumatic Tube System) wurde am 6. August 1926 und damit erst recht spät in Betrieb genommen. Über den Umfang des Rohrpostnetzes in Boston und seine weitere Geschichte liegen keine Informationen vor.

Doppelrohrpost

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Durch die Entwicklung von Rohrpostnetzen in verschiedenen europäischen Metropolen kommt es im Zuge der sich globalisierenden Kommunikation zu dem Phänomen, dass „schnelle“ Sendungen, d.h. Sendungen per Rohrpost, per Luftpost und per Eilboten sowie nachgesandte Sendungen im Inlandsverkehr wie im Verkehr mit dem Ausland in zwei verschiedenen Rohrpostnetzen befördert werden konnten. Diese sogenannten Doppelrohrpost-Sendungen illustrieren sehr eindrucksvoll die Beschleunigung der an das schriftliche Medium gebundenen globalen Kommunikation.

Berlin - Paris

Vorderseite eines Auslands-Luftpost-Eilbotenbriefs vom 9. Juni 1938 von Berlin nach Paris. Rückseite des gleichen Briefes. Auslandsbrief per Luftpost und Eilboten sowie vorausbezahlter Gebühr für Rohrpostbeförderung zum Zentralflughafen Berlin im Tarif zu 1,15 RM. Aus den Stempeln lässt sich folgende Transportroute rekonstruieren: Auflieferung des Briefes in Berlin W 9 am 9. Juni 1938 10.40 Uhr mit entsprechendem rückseitigem Rohrpoststempel des Fughafenpostamtes Berlin-Zentralflughafen als Ankunftstempel um 11.10 Uhr. Beförderungszeit innerhalb Berlins ca. 30 Minuten. Abflug des Briefes ab Berlin-Zentralflughafen am 9. Juni 1938 nach 11.10 Uhr. Ankunft in Brüssel wahrscheinlich in der Nacht nach Abfahrt der letzten Bahnpostverbindung von Brüssel nach Paris. Weiter per Bahnpostkurs Bruxelles-Paris am 10. Juni 1938. Ankunft in Paris VIII, La Boétie am 10. Juni 1938, zwischen 8.00 und 9.00 Uhr. Weiterbeförderung per Rohrpost nach Paris XVI mit Ankunft dort um 8.40 Uhr. Weiterbeförderung per Rohrpost nach Paris 75, Ankunft dort um 9.30 Uhr. Beförderungszeit innerhalb von Paris 50 Minuten.


Rohrpostnetze in Österreich

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Rohrpostnetze in Österreich

Rohrpost Wien Kaiserreich und Republik bis 1938

Rohrpostbrief 20Kr Franz Josef (Michel Nr. RU3b, Ferch. 2B - mit Druckfehler „Schönbrunnerstrasse 22“ statt 42), K.K. Depeschen-Aufgabsamt/ Wien - No. III, geschickt nach Weidlingen, mit handschriftlicher Bemerkung „15Kr BOTENLOHN“. In Wien wurde eine Anlage im Jahr 1875 in Betrieb genommen, vorerst nur für Telegramme (Depeschen) und Eilsendungen. Zu Beginn wurden zehn Postämter im Abstand von 1 - 3 km mit Rohrleitungen verbunden. Die Anlage wuchs ständig, so dass es im Jahr 1913 bereits 53 Postämter mit einer Rohrlänge von 825 km gab. 1902 wurde die Rohrpost mit neuen Kompressoren von Hanns Hörbiger ausgerüstet.

Rohrpost Wien zur Zeit der deutschen Besetzung 1938-1945

Es gelten für die Rohrpost in Wien während der deutschen Besatzung Österreichs (sog. Ostmark) von März 1938 bis April 1945 die gleichen Bedingungen wie für die Rohrpost in Berlin und München. Eine Besonderheit stellt die Zeit bis Oktober 1938 dar, in der noch alte Briefmarken der Republik Österreich auch in Kombination mit Postwertzeichen des Deutschen Reiches gültig waren.

Rohrpostnetze in Italien

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Rohrpost Florenz 20px

In Florenz eingehende Eilbotensendungen - vielfach auch in Kombination mit posta pneumatica, wenn diese Sendungen aus Milano, Napoli oder Roma kamen - wurden in Florenz mit dem örtlichen Rohrpostnetz zur Zustellung weiterbefördert. Diese Sendungen weisen den für die Rohrpost an vielen Orten charakteristischen vordersetiigen Abschlag eines Numeratorstempels auf. Ob in Florenz die Aufgabe von Sendungen per Rohrpost möglich war, ist nicht bekannt.

Rohrpost Genua 20px

Umschlag der Rohrpost in Genua aus dem Jahre 1946 Die ersten Versuche zur Entwicklung eines Rohrpostnetzes (posta pneumatica) in Italien stammen bereits aus den 1850er Jahren, als in Genua ein 12 km langes Rohrpostnetz entwickelt wurde. Noch über 100 Jahre später belegen entsprechende Briefe mit Aufgabe- und Ankunfstempel das Funktionieren der Rohrpost in Genua. Weitere systematische Versuche zur Entwicklung eines Rohrpostsystems wurden seit 1911 in Turin unternommen. Allerdings wurde der allgemeine und öffentliche Rohrpostverkehr dann im Jahre 1913 zunächst nur in Mailand, Neapel und Rom aufgenommen. Abgebildet ist einer der extrem seltenen Rohrpostbriefe aus Genua mit entsprechender Frankatur durch Rohrpostmarken aus dem Jahre 1946.

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