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risikomanagement (bank)

Schätzgütemaße für kategoriale Insolvenzprognosen

kreditgeschäft | risikomanagement (bank)


Als kategoriale Insolvenzprognosen werden Insolvenzprognosen bezeichnet, die lediglich zwei mögliche Ausprägungen zur Beurteilung der gerateten Unternehmen kennen: „Unternehmen A wird voraussichtlich (innerhalb des nächsten Jahres) ausfallen“ vs. „Unternehmen B wird voraussichtlich (innerhalb des nächsten Jahres) nicht ausfallen“ (siehe Klassifikation von Schätzgütemaßen für Insolvenzprognosen).

Arten von Prognosefehlern

Kategoriale Insolvenzprognosen teilen die zu beurteilenden Unternehmen in zwei Gruppen, „voraussichtlich insolvent“ vs. „voraussichtlich nicht insolvent“ ein. Keines der heute verwendeten Insolvenzprognoseverfahren ist jedoch auch nur annähernd in der Lage, derart trennscharfe und gleichzeitig stets korrekte Prognosen zu erstellen.Siehe hierzu beispielsweise die Übersichten in BEMMANN (2005, S. 73ff.) Abgesehen von „Zufallstreffern“ in kleinen Stichproben, werden kategoriale Insolvenzprognosen deshalb stets Fehler aufweisen. Hierbei gibt es zwei mögliche Fehlerarten: Fehler des Typs I – tatsächliche Ausfälle, die als Nicht-Ausfälle prognostiziert wurden (auch Fehler 1. Art, α-Fehler, false negative proportion) - und Fehler des Typs II - tatsächliche Nicht-Ausfälle, die als Ausfälle prognostiziert wurden (auch Fehler 2. Art, β-Fehler, false positive proportion). Üblich ist es, Fehler des Typs I ins Verhältnis zu allen tatsächlichen Ausfällen und Fehler des Typs II ins Verhältnis zu allen tatsächlichen Nicht-Ausfällen zu setzen (siehe die folgende Abbildung).

Informelle Insolvenzprognoseverfahren

empirische wirtschaftsforschung | kreditgeschäft | risikomanagement (bank) | unternehmensbewertung


Mit informellen Insolvenzprognoseverfahren werden Insolvenzprognoseverfahren bezeichnet, bei denen menschliche Kreditanalysten Insolvenzprognosen auf Basis ihrer Intuition und persönlichen Erfahrung erstellen. Dabei stehen ihnen gegebenfalls Checklisten bzw. (mehr oder weniger detaillierte und präzise) Leitfäden bzw. Verfahrensvorschriften zur Verfügung.

Empirische Befunde zur Schätzgüte menschlicher Insolvenzprognosen

Unbestritten ist zunächst, dass eine standardisierte Bewertung von Kreditnehmern billiger, schneller und transparenter durchzuführen ist als die individuelle Bewertung eines Unternehmens durch menschliche Kreditanalysten.siehe FALKENSTEIN, BORAL, CARTY (2000, S. 16) Aus diesem Grund sind bereits heute bei den meisten Banken die Bewertungen von Kleinkrediten weitgehend standardisiert bzw. sogar, durch den Einsatz von Computern, automatisiert.siehe TREACY, CAREY (2000, S. 898), BASLER AUSSCHUSS (2000b, S. 18)

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