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protestantismus in frankreich

Edikt von Saint-Germain-en-Laye (1562)

1562 | französische geschichte | historisches dokument | protestantismus in frankreich


Im Edikt von Saint-Germain-en-Laye (1562) sicherte am 17. Januar 1562 die französische Regentin Katharina von Medici dem hugenottischen Adel eingeschränkte Glaubensfreiheit im katholisch orientierten Königreich zu. Der auch als 1. Religionsedikt bezeichnete königliche Erlass erlaubte es den Protestanten, in Vorstädten oder draußen auf dem Land ihrem von der katholischen Gesinnung abweichenden Glauben nachzugehen.

Es war Katharinas erste Entscheidung als Regentin nach dem Tod ihres Sohnes, des Königs Franz II.. Neuer König wurde ihr nächster Sohn, der noch minderjährige Karl IX.. Sie handelte in seinem Namen. In der Auseinandersetzung zwischen Katholiken und Protestanten versuchte sie einen mittleren Kurs zu steuern, der die königliche Macht stärken sollte. Ohne die Privilegien der katholischen Kirche anzutasten, gestattete der maßgeblich vom Kanzler Michel de L'Hôpital konzipierte Erlass den Protestanten Glaubensfreiheit und die private Anbetung Gottes.

Frieden von Saint-Germain (1570)

1570 | französische geschichte | friedensvertrag | protestantismus in frankreich


Der Frieden von Saint-Germain (1570) brachte nach dem dritten Hugenottenkrieg (1568-1570) die Einigung zwischen Karl IX. und Admiral Gaspard de Coligny als Vertreter der Hugenotten. Die im Schloss von Saint-Germain-en-Laye unterzeichnete Vereinbarung vom 8. August 1570 gewährte den französischen Protestanten allgemeine Amnestie und garantierte ihnen vollkommene Glaubensfreiheit. Den Hugenotten war nunmehr die Religionsausübung in ihren Besitzungen und in zwei Plätzen eines jeden Landesbezirks, außer in und um Paris, gestattet. Sie genossen ihre alten Rechte wieder. Ferner wurden ihnen zu größerer Sicherheit die vier Festungsorte La Rochelle, La Charité, Montauban und Cognac überlassen.

Im vorausgegangenen Krieg war der Hugenottenführer Ludwig I. von Bourbon-Condé ums Leben gekommen. Heinrich von Navarra (später als Heinrich IV. französischer König) wurde neuer Führer der protestantischen Sache. Katharina von Medici versprach beim Friedensschluss, ihre Tochter Margarete von Valois (katholischen Glaubens) künftig mit Heinrich von Navarra (protestantischen Glaubens) zu verheiraten. Doch dieser Friede war nur von kurzer Dauer. Zwei Jahre später ereignete sich das Massaker der Bartholomäusnacht und die Feindseligkeiten flammten zwischen beiden Seiten wieder auf.

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