person der reformation
Johann Schneidewein
deutscher | geboren 1519 | gestorben 1568 | hochschullehrer (wittenberg) | jurist in der frühen neuzeit | mann | person der reformation | rechtswissenschaftler (16. jahrhundert)Leben
Bereits in seinem elften Lebensjahr, immatrikuliert er sich 1530 an der Universität Wittenberg und findet im Hause Martin Luthers Aufnahme. Dadurch lernte er unter anderem auch Philipp Melanchthon, Justus Jonas der Ältere und Johannes Bugenhagen kennen. Besonderst aber von Veit Dietrich gefördert, absolvierte er zunächst ein Studium der Sieben Freie Künste. So vorgebildet widmet er sich einem Studium der Rechtswissenschaften.Paul Lindenau
deutscher | evangelischer theologe (16. jahrhundert) | geboren 1806 | gestorben 1871 | mann | person der reformation | reformatorLeben
Lindenau immatrikulierte sich 1505 an der Universität Leipzig wo er 1506 das Baccalaurat erwarb und 1507 in das Benediktinerkloster in Chemnitz eintrat. Unter dem Einfluss der Reformation verlässt er das Kloster und begibt sich nach Ehrenfriedersdorf, von wo er als Prediger an die St. Marienkirche in Zwickau geht. Hier bemühte er sich mit W. Zeuner und Nicolaus Hausmann darum die Mönche der Stadt für Reformationsbewegung zu gewinnen.Dazu verfasste man 26 Predigten, woraus 1524 die gedruckten Thesen „Unterricht und Warnung an die Kirch zu Zwickau mit etzlichen Artikeln dem Klostervolk daselbst abgeschlagen“ hervorging. Durch die Aktivitäten entstand in Zwickau ein Streit um die Rechte des Rates in Kirchensachen. Da Lindenau polemisch und persönlich die Obrigkeit der Stadt angegriffen hatte, konnte er in Zwickau auch trotz Bemühungen Martin Luthers nicht bleiben. Daher wurde er 1529 in Zwickau entlassen.
Veit Winsheim
deutscher | geboren 1501 | gestorben 1570 | hochschullehrer (wittenberg) | linguist | mann | person der reformation | rhetorikerLeben
Nachdem er sich in Deventer vorgebildet hatte, immatrikulierte er sich im August 1523 an der Universität Wittenberg, wo er sich Philipp Melanchthon anschloss. Zunächst betrieb er in Wittenberg eine Privatschule, was ihm die Annerkennung von Melanchthon einbrachte. Als Magister tritt er am 16. Oktober 1528 in die philosophische Fakultät ein, wo er 1529 die Professur für Rhetorik übernimmt.David Joris
gestorben 1556 | mann | niederländer | person der reformation | täufer1528 wurde David Joris wegen Verspottung der Monstranz bei einer Himmelfahrtsprozession mit Durchstechung der Zunge und Verbannung bestraft. Beeindruckt vom Martyrium der Täufer schloss er sich dem Täufertum an, liess sich im Jahre 1534 oder 1535 taufen und versuchte die revolutionistischen Ströhmungen im Täufertum zurückzudrängen. Seit dem Jahre 1536 soll er Visionen gehabt haben und erklährte sich als wiedergekommenen Messias. Er sammelte in Ostfriesland, Oldenburg und Holland Anhänger und siftete die Sekte der Davidianer (bzw. David-Joristen), die trotz starker Verfolgung bis ins 17. Jahrhundert existierte. David Joris versuchte sich und das Täufertum näher an die Grosskirchen zu binden, wodurch er das Vertrauen von Menno Simons verlor, einem der wichtigsten Vertreter des Täufertums in den Niederlanden. Im Jahre 1544 siedelte er, mit grossem Anhang, unter dem Pseudonym Jan van Brügge, bzw. Johann von Brügge nach Basel über, wo er sich als verfolgten Calvinist ausgab. Aufgrund seines Vermögens wurde er aufgenommen. Man sah in ihm einen strengen Zwinglianer und brachte ihm grosse Achtung entgegen. In der Zeit in Basel schrieb er eine viele Traktate über das Täufertum.
Kaspar Eberhard
deutscher | geboren 1523 | gestorben 1575 | hochschullehrer (wittenberg) | lutherischer theologe (16. jh.) | mann | pädagoge | person der reformationLeben
Eberhard besuchte die Schule seiner Heimatstadt und immatrikulierte sich im Juni 1543 an der Universität Wittenberg. Hier hörte er unter anderem bei Philipp Melanchthon und erlebte noch Martin Luther in seinen letzten Lebensjahren. Nachdem er seine Studien abgeschlossen hatte, ging er 1545 als Lehrer an die Schule in Joachimsthal, wo er die Bekanntschaft Johannes Mathesius machte, mit dem ihn zeitlebens eine enge Freundschaft verbinden sollte. Nachdem Eberhardt am 18. September 1548 unter Melanchthons Vorsitz zum Magister promoviert hatte, übernahm er am 21. März 1549 das Rektorat der Einrichtung die Geschicke der Schule.Johannes Fabricius Montanus
autor | geboren 1527 | geboren 1566 | humanist | literatur (16. jh.) | mann | person der reformation | reformierter theologe (16. jh.)Er wurde als Sohn des Metzgers Jakob Schmid und Klara Jud im elsässischen Bergheim geboren. Seine schulisch Ausbildung begann er mit 7 Jahren in Zürich beim Bruder seiner Mutter, dem Reformator Leo Jud. Er wechselte nach Basel und Straßburg, kehrte jedoch wieder nach Zürich zurück, bevor er schließlich ein Theologiestudium an der Universität Marburg aufnahm, wo er unter anderen Andreas Hyperius als Lehrer hatte. Seine dortiger Freundeskreis, darunter der bedeutende neulateinische Dichter Petrus Lotichus, führte ihn in die Dichtkunst ein und erweckte sein Interesse für Botanik. Nach Abschluss seines Studiums kehrte er nach Zürich zurück und erhielt dort eine Stelle als Lehrer an der Großmünsterschule. Für seine erfolgreiche Arbeit wurde ihm dort das Zürcher Bürgerrecht verliehen. Er pflegte Kontakte zu seinem ehemaligem Lehrer, dem Hebraisten Konrad Pellicanus und dem Arzt und Naturforscher Conrad Gesner und verfasste unter anderem ein Elegie auf Wilhelm Tell ("De Wilhelmo Thellio elegia"). 1557 wurde er, wohl auf Grund seiner Zürcher Leistungen und auf Empfehlung des Zürcher Reformator Heinrich Bullinger Nachfolger des Churer Stadtpredigers Johannes Comander. Hier trug er zur Verbreitung des reformierten Glaubens in Graubünden, besonders im Prättigau bei, das sich mit seinen Pässen im Spannungs- und Einflußfeld der rivalisierenden katholischen Mächte Spanien und Frankreich befand. Neben seiner Tätigkeit als Geistlicher, die nicht frei von Rückschlägen war, so scheiterte sein Versuch zur Säkularisierung des Bistums Chur, widmete er sich auch hier der literarischen Tätigkeit. Gleichzeitig führte er in der dortigen Hochgebirgswelt botanischen Exkursionen, deren Ausbeute er an Gessner nach Zürich sandte. Als in Chur die Pest ausbrach, weigerte er sich seine Gemeinde im Stich zu lassen und wurde schließlich im selbst eines ihrer Opfer. Er starb als wichtiger Graubündener Reformator und als einer der bedeutenden Poeten seiner Zeit, wenngleich er auch nicht das Niveau seines Freundes Petrus Lotichus erreichte.
Johannes Fabricius Montanus
autor | geboren 1527 | geboren 1566 | humanist | literatur (16. jh.) | mann | person der reformation | reformierter theologe (16. jh.)Er wurde als Sohn des Metzgers Jakob Schmid und Klara Jud im elsässischen Bergheim geboren. Seine schulisch Ausbildung begann er mit 7 Jahren in Zürich beim Bruder seiner Mutter, dem Reformator Leo Jud. Er wechselte nach Basel und Straßburg, kehrte jedoch wieder nach Zürich zurück, bevor er schließlich ein Theologiestudium an der Universität Marburg aufnahm, wo er unter anderen Andreas Hyperius als Lehrer hatte. Seine dortiger Freundeskreis, darunter der bedeutende neulateinische Dichter Petrus Lotichus, führte ihn in die Dichtkunst ein und erweckte sein Interesse für Botanik. Nach Abschluss seines Studiums kehrte er nach Zürich zurück und erhielt dort eine Stelle als Lehrer an der Großmünsterschule. Für seine erfolgreiche Arbeit wurde ihm dort das Zürcher Bürgerrecht verliehen. Er pflegte Kontakte zu seinem ehemaligem Lehrer, dem Hebraisten Konrad Pellicanus und dem Arzt und Naturforscher Conrad Gesner und verfasste unter anderem ein Elegie auf Wilhelm Tell ("De Wilhelmo Thellio elegia"). 1557 wurde er, wohl auf Grund seiner Zürcher Leistungen und auf Empfehlung des Zürcher Reformator Heinrich Bullinger Nachfolger des Churer Stadtpredigers Johannes Comander. Hier trug er zur Verbreitung des reformierten Glaubens in Graubünden, besonders im Prättigau bei, das sich mit seinen Pässen im Spannungs- und Einflußfeld der rivalisierenden katholischen Mächte Spanien und Frankreich befand. Neben seiner Tätigkeit als Geistlicher, die nicht frei von Rückschlägen war, so scheiterte sein Versuch zur Säkularisierung des Bistums Chur, widmete er sich auch hier der literarischen Tätigkeit. Gleichzeitig führte er in der dortigen Hochgebirgswelt botanischen Exkursionen, deren Ausbeute er an Gessner nach Zürich sandte. Als in Chur die Pest ausbrach, weigerte er sich seine Gemeinde im Stich zu lassen und wurde schließlich im selbst eines ihrer Opfer. Er starb als wichtiger Graubündener Reformator und als einer der bedeutenden Poeten seiner Zeit, wenngleich er auch nicht das Niveau seines Freundes Petrus Lotichus erreichte.

