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Die Wikipedia Einträge des Tages

mittelalter

Seelgerät

eschatologie | hildesheim | kirchengeschichte | metaphysik | mittelalter | römisch-katholische kirche | recht | religion | tod


Seelgerät bezeichnet in der römisch-katholischen Tradition einen im Himmel angelegten Schatz, d.h. einen Vorrat an guten Werken für die Seele, den sich der Gläubige durch seine Taten im Diesseits angelegt hat. Es ist schon in der römischen und griechischen Antike verbreitet und hat sich im Christentum aus dem sozialen Erbrecht der Kirchenväter entwickelt. Als Miterbe sollte von den Reichen Jesus Christus testamentarisch eingesetzt werden, und somit ein Teil ihres hinterlassenen Vermögens für soziale Zwecke oder die Kirche bestimmt werden.

Seelgerät bezeichnet im engeren Sinne die im Mittelalter durch ein Testament festgelegten Vermächtnisse an die Kirche.

Margery Kempe

autor | frau | geboren 1370 | mittelalter | mystiker | visionär


Margery Kempe (ca. 1373 – nach 1438) ist eine englische Mystikerin und Visionärin, die für ihre Schrift The Book of Margery Kempe bekannt ist, ein Werk das von manchen als die erste Autobiographie in der englischen Sprache angesehen wird. In diesem Buch werden ihre ausgiebigen Pilgerreisen zu verschiedenen heiligen Stätten in Europa und Asien beschrieben.

Weblinks

Marcha orientalis

Österreichische geschichte | bayerische geschichte | historisches territorium | mittelalter


Herzogtum Bayern zusammen mit der Marcha orientalis

Der Begriff der Marcha orientalis oder auch Marchia orientalis (lat. für die Mark im Osten) bezeichnete ursprünglich jene Provinz des Ostfrankenreichs, die nach dem Abschluss des Vertrag von Verduns von 843 dem Herzogtum Bayern einverleibt wurden und etwa dem Gebiet der vormaligen Awarenmark entsprach, dem Bollwerk gegen die drohende Invasion der Awaren. Sie bildete das erste politische Konstrukt, welches in etwas dem Gebiet des heutigen Österreichs entspricht.

Apage

mittelalter | rechtsgeschichte


Apage v. altgr. ἂπαγε ( Imp. von ὰπ-ἀγω, wegführen) bezeichnet
  • im Altgriechischen einen ärgerlichen Ausruf: "Pack Dich!", "Fort mit Dir!"; oder als Phrase ἂπαγε ὲς μακαρίαν ὲκποδὼν "Scher Dich zum Teufel!".
  • im Mittelalter einen Kampfruf, mit dem eine Fehde begonnen oder ein Gefecht (z. B. ein Buhurt) eingeleitet werden konnte.

Magister artium

akademische bildung | mittelalter | studium | titel


Die Bezeichnung magister artium war im Mittelalter der akademische Grad, den ein Student nach dem Studium der sieben Freien Künste erhielt. Dies waren

Nach erfolgreicher Absolvierung dieser artes, welche die damaligen Grundlagen-Wissenschaften darstellten, hatte der nun Graduierte das Recht, für die jüngeren Studenten die ersten drei Künste, das Trivium (Dreiweg) zu lehren. Damit hatte er in etwa die Aufgabe eines heutigen Studien- oder Hochschulassistenten.

Morphia von Melitene

frau | gestorben 1126 | mittelalter


Morphia von Metilene, auch Morfia († ca. 1126) war die Ehefrau von Balduin II. , König des Kreuzfahrerkönigreiches von Jerusalem.

Morphia war die Tochter eines armenischen Adligen mit Namen Gabriel (auf Armenisch Khoril), der über die Stadt Melitene herrschte. Obwohl sie Armenier waren, praktizierte die Familie den griechisch orthodoxen Glauben. Metilene lag neben der Grafschaft Edessa, und bald wurde Gabriel ein Vasall dieses Landes. Der zukünftige König von Jerusalem, Balduin II., war nach 1100 auch Graf von Edessa und festigte seine Position im Land mit der Heirat von Morphia um etwa 1101. Morphia bekam von ihrem Vater eine Mitgift in Höhe von 50.000 Goldmünzen, da er sehr reich war. Balduin und Morphia hatten vier Töchter: Melisende, Alice, Hodierna und Ioveta.

Alice von Antiochia

12. jahrhundert | frau | mittelalter


Alice von Antiochia (auch Haalis, Halis oder Adelicia genannt) war Prinzessin von Antiochia durch ihre Heirat mit Bohemund II. von Antiochia. Sie war die dritte Tochter von König Balduin II. von Jerusalem und Morphia von Metilene.

Balduin II. wurde Herrscher von Antiochia, nachdem er den vorigen Herrscher in den Schlacht von Ager Sanguinis 1119 geschlagen hatte. 1126 meldete der 18-jährige Bohemund, Sohn von Bohemund I. und gleichzeitig Kronprinz von Antiochia Anspruch auf den Thron an. Nachdem die Regierung an ihn übergeben wurde, heiratete Bohemund Alice. Die Heirat war Teil der Verbindung mit Balduins Familie.

Ioveta von Bethanien

geboren 1120 | gestorben 1170 | mittelalter


Ioveta von Bethanien (1120 - ca. 1170) war die vierte und jüngste Tochter von Balduin II. von Jerusalem und Morphia von Metilene. Ihr Name taucht in unterschiedlichen Formen auf, unter anderem als Joveta, Yvette, Iveta, Ivetta oder auch Juditta.

Ioveta war die einzige Tochter von Balduin, die geboren wurde, nachdem er 1118 König wurde. Als Balduin 1123 von den Ortoquiden nahe Edessa gefangen genommen wurde, war Ioveta eine der Geiseln, die für seine Befreiung gegeben werden mußten. Sie wurde in Shaizar gefangengehalten und wurde 1125 mit einem Lösegeld von achtzigtausend Dinar von ihrem Vater befreit. Das Geld hatte Balduin von seiner Ausbeute nach dem Sieg bei der Schlacht von Azaz im gleichen Jahr genommen.

Capitulatio de partibus Saxoniae

785 | 8. jahrhundert | fränkisches reich | mittelalter | rechtsgeschichte | sachsen


Die Capitulatio de partibus Saxoniae ist ein 785 von Karl dem Großen erlassener Gesetzestext. Er diente der Zwangschristianisierung der soeben unterworfenen Sachsen und damit der Festigung der fränkischen Macht.

Die hierfür erlassenen Bestimmungen zeichneten sich durch äußerste Härte aus. Unter anderem wurden folgende Regelungen getroffen:

* Wer gewaltsam in eine Kirche eindringt, mit Gewalt einen Gegenstand entwendet oder sogar das Gebäude anzündet wird mit dem Tode bestraft.
* Wer aus Verachtung des Christentums die Beachtung der heiligen Fastenzeit verweigert und Fleisch verzehrt, wird mit dem Tode bestraft.
* Wer einen Bischof, Priester oder Diakon ermordet, wird mit dem Tode bestraft.
* Wer einen Toten nach heidnischem Ritus verbrennt, so dass dessen Gebeine zu Asche werden, wird mit dem Tode bestraft.
* Jeder ungetaufte Sachse, der sich unter seinen Landsleuten zu verbergen sucht und die Annahme der Taufe verweigert, wird mit dem Tode bestraft.
* Wer es an der dem König geschuldeten Treue fehlen lässt, wird mit dem Tode bestraft.

Capitulare Saxonicum

fränkisches reich | mittelalter | rechtsgeschichte | sachsen


Die Capitulare Saxonicum ist ein am 28.Oktober 797 von Karl dem Großen in seiner Pfalz in Aachen erlassener Gesetzestext, der zur weiteren Befriedung der von ihm unterworfenen sächsischen Gebiete dienen sollte.

In dieser Funktion löste sie die seit 785 gültige Capitulatio de partibus Saxoniae ab und ersetzte viele der darin bestimmten drakonischen Todesstrafen durch Geldstrafen (auch für Raub, Brandstiftung und Gewalttaten). Zusätzlich wurden die Sachsen mit ihr den anderen Völkern des Frankenreichs politisch gleichgestellt, wobei sie mit der 802 in der Lex Saxonum erfolgten Niederschrift ihres Gewohnheitsrechts sogar ihre eigenen Rechtsformen behalten durften.

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