literatur (19. jh.)
Juan Valera
autor | geboren 1824 | gestorben 1905 | literatur (19. jh.) | literatur (spanisch) | mann | roman, epik | spanier In die gängigen literarischen Epochen seiner Zeit (Realismus, Naturalismus) lässt er sich schwer einordnen; als großer Stilist ist er in dieser Epoche eher eine singuläre Erscheinung.
Leben
Juan Valera stammte aus einer nicht wohlhabenden andalusischen Adelsfamilie aus der Provinz Córdoba; sein Vater war ein liberaler Marineoffizier, bereits im Ruhestand. Er verbringt seine Kindheit in Cabra und dem Nachbardorf Doña Mencía (beide tauchen oft in seinen Werken auf). Von 1837 bis 1840 besucht er in Málaga das Seminario Conciliar, veröffentlicht erste Verse und lernt über seinen Bruder José de Espronceda und andere Romantiker kennen). Ein Jahr studiert er am Colegio del Sacro Monte in Granada, 1842 geht er nach Madrid, wo er wenig studiert, dafür viel schreibt und auch das eine oder andere veröffentlichen kann. Dort hat er eine Liebesaffäre mit der 10 Jahre älteren Dichterin Gertrudis Gómez de Avellaneda, die er auch unter dem Decknamen "Lelia" in seinen Gedichten verewigt. Er besteht seine Prüfungen nicht, muss nach Granada zurück und beendet dort sein Jusstudium; sein Vater bezahlt ihm die Herausgabe eines Lyrikbändchens, Ensayos poéticos. 1846 geht er nach Madrid zurück, wo er Zugang zur adeligen Gesellschaft findet und ein recht angenehmes Salonleben führt; Ángel de Saavedra, Duque de Rivas, verschafft ihm einen Posten als Attaché ohne Bezahlung an der spanischen Botschaft in Neapel, wo der Duque selbst Botschafter ist. Im Folgenden dient Valera als Diplomat in Neapel (1847-49), Lissabon (1849-51), Rio de Janeiro (1851-53), Dresden (1855), Russland (1856), Frankfurt am Main (1865), Lissabon (1881-84), Washington (1884-86), Brüssel (1886-88) und Wien (1893-95). Er beherrscht mehrere Sprachen, ist ein Mann von Welt und sehr gebildet, leidet aber trotzdem immer an finanziellen Problemen. Als Politiker befindet er sich auf Seiten der Moderados (Gemäßigten Partei). 1858 wird er zum Abgeordneten in die Cortes, das spanische Parlament, gewählt, wo er jedoch (wie auch sein Schriftstellerkollege Benito Pérez Galdós) wenig Aktivitäten entfaltet. Später wird er Senator für die Provinz Córdoba und kurze Zeit Subsecretario de Estado (Staatssekretär, während der so genannten Revolución Gloriosa, der "Glorreichen Revolution" von 1868). Er ist bis ins hohe Alter ein Charmeur und Don Juan: Unter anderem hat er ein Liebesverhältnis mit Malvina, der Tochter des Duque de Rivas; nach zahlreichen anderen Abenteuern heiratet er schließlich 1867, mit 43 Jahren, mehr aus Langeweile denn aus Liebe, wie es heißt (die Ehe war auch nicht sehr glücklich). Er hat außerdem ein Verhältnis mit einer Schauspielerin in Sankt Petersburg, und in Washington gibt es einen Skandal, als die junge Katherine Lee Bayard aus unglücklicher Liebe zu dem bereits 60Jährigen im Vorzimmer der Botschaft Selbstmord begeht, womit er sich einige Schwierigkeiten einhandelt. Ziemlich zur gleichen Zeit, während Valera in Washington ist, stirbt daheim sein ältester und Lieblingssohn. Seine letzten Lebensjahre verbringt er, allmählich blind werdend (er diktiert seine letzten Werke einem Sekretär), in Madrid, wo er an den Sitzungen der Real Academia Española teilnimmt (er ist 1861 Mitglied geworden) und wo er auch am 18. April 1905 stirbt.Werk
Als Literat ist Valera eigentlich ein Mann des 18. Jahrhunderts, der klassizistische und humanistische Werte vertritt. Inmitten der heftigen politischen Auseinandersetzungen im spanischen 19. Jahrhundert zeichnet er sich durch weltanschauliche Toleranz aus, er ist auch vorrangig ein Ästhet und Hedonist gewesen. So hat man Valera des Öfteren einen "Realisten mit weißen Handschuhen" genannt, andere bezeichnen seine Weltsicht als "poetischen Realismus" und seine Werke als psychologische Charakterromane. Als deren Hauptcharakteristik könnte man das Überwiegen einer inneren Handlung gegenüber dem rein äußerlichen Geschehen bezeichnen; die Romane zentrieren sich meist um eine Hauptfigur, die auch zugleich den Titel bildet und deren psychologische Konflikte im Mittelpunkt des Interesses stehen. Er analysiert Seelenzustände, nicht die objektive Wirklichkeit wie die anderen realistischen Schriftsteller seiner Zeit. Valera zielte nach eigenen Aussagen auf ein breites Publikum ab und konnte es dennoch nicht wirklich erreichen, da er sich oft in gelehrten Abschweifungen ergeht und seine langsam dahinfließenden Romane für den an die handlungs- und spannungsreichen Feuilletonromane gewöhnten Durchschnittsleser zu langatmig wirkten. Er wollte mit seinen literarischen Werken auch Geld verdienen und beklagte sich oft in seinen Briefen, wie wenig Bücher verkauft wurden und wie wenig Leser er habe. Dies obwohl im Mittelpunkt seiner Werke eine Liebesthematik steht, die manche Tabus überschreitet; Frauen werden bei ihm nicht selten als intellektuell und gefühlsmäßig überlegen eingestuft, der Mann erscheint in einer lebensuntüchtigen, von unklaren Illusionen bestimmten Rolle.Ligeia (Poe)
erzählung | horrorliteratur | literarische figur | literarisches werk | literatur (19. jh.) | literatur (englisch)Handlung
Der namenlose Ich-Erzähler hat in einer „alten, verfallenen Stadt am Rhein“ Ligeia kennen- und lieben gelernt und geheiratet, eine Frau von ebenso großer Schönheit wie Klugheit und Bildung. Er beschreibt sie als überaus groß gewachsen, Haare und Augen schwarz, Haut weiß, mit tiefer Stimme und von unglaublicher Ruhe und Gelassenheit, unter der ein Vulkan von Leidenschaft brodelt. Der Ich-Erzähler wird zu ihrem Schüler und überlässt dich ihrer Führung durch alle Gebiete des Geistigen. Besonders fasziniert ist sie von der Idee, dass alles Leben Wille ist und dass Sterben nur auf einem Mangel an Willenskraft beruht. Dennoch erkrankt sie, siecht dahin, schreibt noch ein resigniertes Gedicht über den „Sieger Wurm“ – und stirbt. Der verwitwete Ich-Erzähler hält es daraufhin in der alten Stadt am Rhein nicht mehr aus und kauft von dem reichen Erbe, das Lady Ligeia ihm hinterlassen hat, eine alte Abtei in England, die er antikisierend und ägyptisierend prachtvoll ausstattet, besonders das Eheschlafzimmer, nachdem er eine neue Partnerin gefunden hat: Die blonde und blauäugige Lady Rowena Tremanion von Tremaine. Aus Geldgier hat ihre Familie sie ihm überlassen – er aber befindet sich weiterhin im Bann Lady Ligeias und erträgt die neue Beziehung nur im Opiumrausch. Auch Lady Rowena erkrankt, erholt sich noch einmal, erkrankt erneut – und stirbt. Die Bestattung ist vorbereitet, der Ich-Erzähler sitzt an ihrem Leichnam, da scheint sie sich zu erholen – und fällt in Totenstarre zurück. Dieser furchtbare Vorgang wiederholt sich etliche Male, bis Rowena sich schließlich von ihrem Sterbelager erhebt, die Totenbinden fallen von ihr ab, sie scheint gewachsen, ihr Haar ist schwarz, ihre Augen sind schwarz, entsetzt erkennt der Ich-Erzähler in ihr Lady Ligeia, deren Willenskraft den Tod in ihrer Nachfolgerin besiegt hat.Der goldene Schlüssel
grimms märchen | literarisches werk | literatur (19. jh.) | literatur (deutsch) | märchenInhalt
Ein armer Schlittenjunge will sich in der Kälte am Feuer wärmen und findet unterm Schnee einen kleinen goldenen Schlüssel und dann unter der Erde ein eisernes Kästchen. Der Text endet mit der Feststellung, daß man nun warten muß, bis er es aufgeschlossen hat.Der Stiefel von Büffelleder
grimms märchen | literarisches werk | literatur (19. jh.) | literatur (deutsch) | märchenInhalt
Ein furchtloser, unbekümmerter Soldat wandert nach seiner Abdankung in seinen alten Stiefeln aus Büffelleder umher. Er begegnet einem Jäger, den er seiner feineren Kleidung wegen "Bruder Wichsstiefel" nennt. Sie suchen nachts in einem Haus Unterschlupf, wo sie eine alte Frau vor zwölf heimkommenden Räubern versteckt. Als die sie finden, weil der Soldat den Geruch des Bratens nicht mehr ausgehalten und sich verraten hat, gewähren sie ihnen, zu essen, ehe sie sie töten wollen. Der Soldat beeindruckt sie so mit seinem Appetit, daß er auch Wein bekommt. Als er eine Gesundheit auf sie ausruft ihr sollt alle leben, aber das Maul auf und die rechte Hand in die Höhe, sind sie wie versteinert. Die beiden essen sich satt, dann gehen sie heim und der Soldat holt seine Kameraden, die die Räuber festnehmen. Als sich der Jäger als König zu erkennen gibt, erschrickt der Soldat, aber bekommt fortan freies Essen zum Dank.Der Stiefel von Büffelleder
grimms märchen | literarisches werk | literatur (19. jh.) | literatur (deutsch) | märchenInhalt
Ein furchtloser, unbekümmerter Soldat wandert nach seiner Abdankung in seinen alten Stiefeln aus Büffelleder umher. Er begegnet einem Jäger, den er seiner feineren Kleidung wegen "Bruder Wichsstiefel" nennt. Sie suchen nachts in einem Haus Unterschlupf, wo sie eine alte Frau vor zwölf heimkommenden Räubern versteckt. Als die sie finden, weil der Soldat den Geruch des Bratens nicht mehr ausgehalten und sich verraten hat, gewähren sie ihnen, zu essen, ehe sie sie töten wollen. Der Soldat beeindruckt sie so mit seinem Appetit, daß er auch Wein bekommt. Als er eine Gesundheit auf sie ausruft ihr sollt alle leben, aber das Maul auf und die rechte Hand in die Höhe, sind sie wie versteinert. Die beiden essen sich satt, dann gehen sie heim und der Soldat holt seine Kameraden, die die Räuber festnehmen. Als sich der Jäger als König zu erkennen gibt, erschrickt der Soldat, aber bekommt fortan freies Essen zum Dank.Der Grabhügel
grimms märchen | literarisches werk | literatur (19. jh.) | literatur (deutsch) | märchenInhalt
Ein geiziger Bauer betrachtet seinen Reichtum. Dann hat er das Gefühl, das es an die Tür seines Herzens klopft, das nach seinem Leben befragt seine Selbstsucht gesteht. Er erschrickt und schenkt seinem armen Nachbarn, der an die Tür klopft, acht Malter Korn für seine hungrigen Kinder, unter der Bedingung, daß er drei Nächte an seinem Grab wachen soll. Drei Tage später stirbt der Bauer. In der dritten Nacht begegnet der furchtsame Nachbar einem abgedankten Soldaten, der mit ihm wacht. Dann kommt der Teufel, der sie verjagen will, um sich die verstorbene Seele zu holen. Als der Soldat sich furchtlos zeigt, verspricht er, ihm den Stiefel mit Gold zu füllen. Aber der Soldat schneidet die Sohle ab. Als es dem Teufel das dritte Mal mißlingt, ihn zu füllen, vertreibt ihn der erste Sonnenstrahl. Der Soldat überläßt seinen Anteil am Gold den Armen und zieht mit dem anderen in seine Hütte.Der Grabhügel
grimms märchen | literarisches werk | literatur (19. jh.) | literatur (deutsch) | märchenInhalt
Ein geiziger Bauer betrachtet seinen Reichtum. Dann hat er das Gefühl, das es an die Tür seines Herzens klopft, das nach seinem Leben befragt seine Selbstsucht gesteht. Er erschrickt und schenkt seinem armen Nachbarn, der an die Tür klopft, acht Malter Korn für seine hungrigen Kinder, unter der Bedingung, daß er drei Nächte an seinem Grab wachen soll. Drei Tage später stirbt der Bauer. In der dritten Nacht begegnet der furchtsame Nachbar einem abgedankten Soldaten, der mit ihm wacht. Dann kommt der Teufel, der sie verjagen will, um sich die verstorbene Seele zu holen. Als der Soldat sich furchtlos zeigt, verspricht er, ihm den Stiefel mit Gold zu füllen. Aber der Soldat schneidet die Sohle ab. Als es dem Teufel das dritte Mal mißlingt, ihn zu füllen, vertreibt ihn der erste Sonnenstrahl. Der Soldat überläßt seinen Anteil am Gold den Armen und zieht mit dem anderen in seine Hütte.Reise in das innere Nord-Amerika 1832 bis 1834
literatur (19. jh.) | reiseliteraturDas Werk beschreibt die Ergebnisse der völkerkundlichen Reise von Maximilian zu Wied-Neuwied, Karl Bodmer und David Dreidoppel in den Jahren 1832 bis 1834 nach Nordamerika. Das Ziel dieser Reise war die Erforschung der Flora und Fauna Nordamerikas und die Begegnung mit jenen Indianerstämmen, die seinerzeit westlich des Missouri lebten und zu den Forts am Ufer des Missouri kamen, um Pelzhandel mit der American Fur Company zu betreiben.
Pjotr Andrejewitsch Wjasemski
autor | geboren 1792 | gestorben 1878 | literatur (19. jh.) | literatur (russisch) | lyrik | mann | russeBiographie
Seine Eltern waren ein russischer Fürst aus der Rurikiden-Dynastie und eine irische Adlige. Als junger Mann nahm er an der Schlacht von Borodino sowie an anderen Schlachten der Napoleonischen Kriege teil. Viele Jahre später erschien ihm Tolstois Beschreibung der Schlacht von Borodino unauthentisch und brachte ihn in einen literarischen Disput mit dem großen Schriftsteller.Ludwig Kessing
autor | deutscher | geboren 1869 | gestorben 1940 | literatur (19. jh.) | literatur (20. jh.) | literatur (deutsch) | lyrik | mannLeben
Der Sohn eines Bergmannes besuchte die Volksschule und wurde mit 14 Jahren wie sein Vater Bergmann. Nach 42 Jahren unter Tage war er Invalide. Seit dem 16 Lebensjahr verfasste er Gedichte.

